Kompetenzmuffel oder Kompetenz-Organisation? Der Selbstcheck
Acht Fragen, ehrlich beantwortet — eine Standortbestimmung aus der Praxis, direkt hier auswertbar.
Ob eine Organisation Kompetenz bewusst steuert oder dem Zufall überlässt, lässt sich an acht Kriterien ablesen: klar definierte Kernkompetenzen, Kompetenzprofile für die wesentlichen Rollen, die Verzahnung mit der Personalentwicklung, die Priorität des Lernens im Alltag, die Anerkennung informell erworbener Kompetenz, individuelle Weiterbildungspläne, die Verzahnung von Weiterbildung und Anwendung sowie Anreizsysteme, die Lernen belohnen. Wer auf diesen Feldern schwach ist, ist ein „Kompetenzmuffel“ — Kompetenz hängt dann an Personen und Zufall. Der folgende Selbstcheck macht den Standort in zwei Minuten sichtbar.
Manche Diagnosen brauchen keine Beraterstudie, sondern acht ehrliche Antworten. Den folgenden Selbstcheck habe ich aus einem Referenzartikel von 2006 weiterentwickelt — er stellt die einfache Frage: Steuert Ihre Organisation Kompetenz bewusst, oder verlässt sie sich darauf, dass es schon irgendwie gutgeht?
Bewerten Sie jede Aussage so ehrlich wie möglich. Es geht nicht um das Idealbild, sondern um den Alltag — und nicht um eine Note, sondern um eine Standortbestimmung.
Wie Sie das Ergebnis lesen
Ein niedriger Wert ist kein Urteil über Ihre Leute, sondern über die Struktur: Kompetenz hängt dann an einzelnen Personen und am Zufall. Das ist riskant, aber leicht zu verbessern — oft genügen wenige Schritte. Ein hoher Wert heißt nicht, dass alles perfekt ist; die Gefahr liegt dann eher im Gegenteil, im Over-Engineering. Die produktive Mitte ist eine Organisation, die Kompetenz bewusst steuert, ohne die Steuerung zum Selbstzweck zu machen.
Wichtig ist weniger der absolute Punktwert als das Muster: Wo fallen die Antworten ab? Genau dort liegt der nächste sinnvolle Schritt — und meist ist es nicht ein neues Tool, sondern eine fehlende Verknüpfung zwischen Strategie, Lernen und Anwendung.

Häufige Fragen
Wie erkenne ich, ob meine Organisation kompetenzreif ist? Über acht Kriterien: definierte Kernkompetenzen, Kompetenzprofile, Verzahnung mit der Personalentwicklung, Priorität des Lernens, Anerkennung informellen Lernens, individuelle Lernpläne, Verzahnung von Weiterbildung und Anwendung sowie passende Anreizsysteme.
Was bedeutet ein niedriges Ergebnis? Dass Kompetenz an einzelnen Personen und am Zufall hängt. Schon wenige strukturelle Schritte würden viel bewegen, ohne ein schwerfälliges System einzuführen.
Woher stammt der Selbstcheck? Aus einem Referenzartikel von 2006 (North/Reinhardt), hier als interaktive Standortbestimmung mit acht Kriterien im Schulnotenprinzip umgesetzt.