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KeynoteKompetenzmanagement

Der Traum von mehr Agilität — warum der Mittelstand unter Druck gerät

Der Blick auf die agilen Tech-Giganten weckt Sehnsüchte. Doch zwischen Bewunderung und eigener Praxis klafft im Mittelstand eine gefährliche Lücke.

Kurzantwort

Deutsche Unternehmen blicken bewundernd auf die GAFAs — Google, Apple, Facebook, Amazon: agil, flach, jung, anpassungsfähig. Der Mittelstand wirkt dagegen oft wie aus einer anderen Zeit: hierarchisch, mit Jahresgespräch und einem auf Smartphone und Social Media verengten Digitalverständnis. Studien berichten von 20–50 % unbesetzten Stellen — nicht allein durch Fachkräftemangel, sondern auch durch digitale Veränderungsresistenz. Strategisches Kompetenzmanagement ist ein Hebel dagegen.

Wenn deutsche Unternehmen an Digitalisierungs-Strategien arbeiten, schauen sie oft mit Ehrfurcht auf die GAFAs dieser Welt — Google, Apple, Facebook, Amazon. Diesen jungen Pop-Giganten werden Eigenschaften zugeschrieben, die man im deutschen Unternehmen schmerzlich vermisst: Sie sind anpassungsfähig, erneuern laufend ihr Geschäftsmodell und bringen digitale Innovationen hervor. Ihre Strukturen sind flach, die Mitarbeitenden loyal und kreativ, das Führungsteam agil, technisch versiert und jung.

Im Gegensatz dazu erscheint das Bild des deutschen Mittelstands wie aus einer anderen Zeit: Die Führung denkt stark hierarchisch, Mitarbeitende werden einmal im Jahr in lustlos geführten Gesprächen beurteilt, und das Digitalverständnis ist auf Smartphone und Social Media reduziert. Auch wenn diese Darstellung überzeichnet ist — der Nachholbedarf ist real.

20 bis 50 Prozent unbesetzte Stellen lassen sich nicht allein mit dem Fachkräftemangel erklären — auch Veränderungsresistenz spielt mit.

Der Traum von mehr Agilität: das Vorbild GAFA gegen die Realität des Mittelstands — und die Folge in Gestalt unbesetzter Stellen.
Der Traum von mehr Agilität: das Vorbild GAFA gegen die Realität des Mittelstands — und die Folge in Gestalt unbesetzter Stellen. Eigene Darstellung © 2018 Prof. Dr. Kai Reinhardt; Keynote erwicon 2018.

Die Erfolge der deutschen Wirtschaft hängen stark davon ab, ob Unternehmen ihre Strukturen ans digitale Zeitalter anpassen. Geschieht das nicht oder zu langsam, hat das Folgen: Verschiedene Studien berichten von 20 bis 50 Prozent unbesetzten Stellen — eine Größenordnung, die sich nicht allein mit dem Fachkräftemangel erklären lässt, sondern auch mit digitaler Veränderungsresistenz zusammenhängt.

Genau hier setzt strategisches Kompetenzmanagement an: Es macht die Fähigkeiten sichtbar, die ein Unternehmen für die Zukunft braucht, und schafft die Strukturen, in denen diese wachsen. Agilität ist dann kein Traum, den man bei anderen bewundert, sondern eine Eigenschaft, die man bei sich selbst entwickelt — beginnend bei der Organisation, nicht bei der Technik.

Häufige Fragen

Warum gerät der deutsche Mittelstand unter Druck? Weil agile, digitale Wettbewerber Tempo machen, während viele Mittelständler hierarchisch und veränderungsresistent bleiben — das erschwert die Reaktion auf neue Entwicklungen.

Sind unbesetzte Stellen nur ein Fachkräfteproblem? Nicht nur. Studien berichten von 20–50 % unbesetzten Stellen — ein Teil davon hängt mit digitaler Veränderungsresistenz und unflexiblen Strukturen zusammen.

Was hilft gegen diese Lücke? Strategisches Kompetenzmanagement: Zukunftsfähigkeiten sichtbar machen und Strukturen schaffen, in denen sie wachsen.

[kr] Kai Reinhardt · Juli 2018
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