Retten uns die Data Scientists? Der Mythos vom Datenhelden
In HR-Kreisen hält sich ein bequemer Mythos: Mehr Data Scientists, mehr Transformation. Bequem ist er, weil er die Führung aus der Verantwortung nimmt.
Data Scientists gelten als der sexiest job of the 21st century — und in HR-Kreisen hält sich der Mythos, der digitale Wandel hänge an ihrer Zahl. Das greift zu kurz. Data Scientists liefern unverzichtbare technische Kompetenz, aber eine umfassende Transformation braucht vor allem Digitalkompetenz im Top-Management. Die Forderung nach mehr Datenexperten verdeckt oft, dass Führung ihre Verantwortung verleugnet.
Unternehmen stecken in der digitalen Transformation und suchen verstärkt Fachkräfte im Datenmanagement. In HR-Kreisen hält sich dabei ein beliebter Mythos: Der Erfolg des Wandels hänge an der Zahl der Menschen mit hoher Datenkompetenz. Aber ist es wirklich so einfach?
Unbestritten ist die Rolle der Data Scientists. Sie übersetzen Geschäftsziele in datenbasierte Systeme, führen explorative Analysen durch, erkennen Muster, entwickeln Prognosemodelle und beraten Stakeholder. Tom Davenport nannte den Beruf den „sexiest job of the 21st century”. Und je datengetriebener Wirtschaft wird, desto höher der Bedarf an diesen Fähigkeiten — vor allem dort, wo bereits große Datenmengen und Analysemöglichkeiten vorhanden sind.
Daten zu verwalten ist keine Zauberei — und es ersetzt nicht den strategischen Wandel der Organisation.

Digitalkompetenz gehört ins Top-Management
Die eigentliche Frage ist, ob die oft überbetonte Forderung nach mehr Datenexperten in vielen Unternehmen überhaupt sinnvoll ist. Zu häufig werden Data Scientists vom Top-Management als „Heilige” stilisiert, während verantwortliche Führungskräfte ihre eigene Verantwortung für die Transformation verleugnen. Manchmal offenbart sich der Ruf nach mehr Datenexperten als Unfähigkeit der Spitze, das eigene Verhalten an die Bedingungen des digitalen Wandels anzupassen.
Data Scientists liefern die tiefen technischen Kompetenzen — aber eine umfassende digitale Transformation erfordert ebenso Digitalkompetenz im Top-Management. Sie tragen dazu bei, bessere Entscheidungen zu treffen und Prozesse zu optimieren. Sie sind ein wichtiger Teil. Nicht das Ganze. Entscheidend bleibt der ganzheitliche Blick auf die Transformation — und der lässt sich nicht delegieren.
Häufige Fragen
Brauchen Unternehmen Data Scientists? Ja, vor allem dort, wo bereits große Datenmengen und Analysemöglichkeiten bestehen. Sie übersetzen Geschäftsziele in datenbasierte Systeme und liefern wertvolle technische Kompetenz.
Hängt die digitale Transformation an der Zahl der Data Scientists? Nein. Das ist der Mythos vom Datenhelden. Sie liefern Technik, aber umfassender Wandel braucht vor allem Digitalkompetenz im Top-Management.
Was wird oft übersehen? Dass die Forderung nach mehr Datenexperten häufig verdeckt, dass die Führung ihre Verantwortung für den strategischen Wandel verleugnet.