Warum „Können steuerbar machen" kein Widerspruch ist
Kompetenz beschreibt das Verhältnis zwischen Anforderungen und der Fähigkeit, sie zu erfüllen — sie konkretisiert sich erst im Moment der Wissensanwendung und wird im Ergebnis des Handelns messbar. Das klingt unscheinbar, hat aber Konsequenzen: Wer Teilnahme an Schulungen misst, misst das Falsche. Das Buch setzt deshalb konsequent an Rollen und realen Arbeitssituationen an — dort, wo Kompetenz entsteht und sichtbar wird, nicht dort, wo ein Zertifikat ihre Existenz behauptet.
Genau deshalb ist „steuerbar" nicht mit „kontrollierbar" zu verwechseln. Man kann Können nicht anordnen wie eine Anwesenheit. Was sich gestalten lässt, sind die Bedingungen: präzise Soll-Profile, eine ehrliche Validierung von Selbst- und Fremdbild, und ein Transfer, der Kompetenzinseln vernetzt, statt sie in einzelnen Köpfen einzuschließen. Die 3. Auflage 2018 erweitert dieses Vorgehen um Digitalisierung, demografischen Wandel und agile Organisationen; Wissenstreppe und Kompetenzrad tragen durch alle Auflagen, weil sie nicht an einer Technologie hängen, sondern an der Frage, wie aus Wissen Handeln wird.
Wer das Buch gelesen hat, versteht, warum „Skills" gerade überall draufsteht — und was wirklich dahinterstecken muss, damit es trägt. Es ist kein Trendbuch, sondern das Fundament, auf das die aktuelle Debatte aufsetzt, ob sie es weiß oder nicht.