Kompetenzmanagement in der Praxis — die 3. Auflage
Notiz zur Neuauflage unseres Standardwerks: Nach 2005 und 2013 erscheint 2018 die dritte, aktualisierte und erweiterte Auflage. Das Neue daran ist nicht kosmetisch — es ist die digitale Wende, die das ganze Feld verschiebt.
„Kompetenzmanagement in der Praxis" (North, Reinhardt, Sieber-Suter) erscheint 2018 in der 3., aktualisierten und erweiterten Auflage bei Springer Gabler — nach 2005 und 2013 die aktuelle Auflage. Neu ist vor allem die digitale Wende: Arbeit 4.0, das mobile Kompetenzportfolio, Algorithmen in der Personalauswahl — und ein eigenes Kapitel 6 „Kompetenzmanagement im digitalen Zeitalter". Dessen Kern: den Aktionsradius des Kompetenzmanagements erhöhen — über dynamische Kompetenzökosysteme, mehr Transversalität und Vernetzung über Unternehmensgrenzen hinweg. Im Zentrum steht durchgehend die Person mit all ihren Kompetenzen.
Wenige Begriffe werden derzeit so strapaziert wie „Kompetenz” und „digitaler Wandel”. Im Kern geht es bei Kompetenz darum, das Richtige im richtigen Moment zu tun: Wissen, Erfahrung und Intuition treffen auf konkrete Situationen, die ein Handeln erfordern. Kompetenz ist die Fähigkeit, selbstorganisiert, situationsadäquat und verantwortungsvoll zu handeln — wirksam im eigenen Tun oder im Zusammenspiel von Menschen, Gruppen und Organisationen.
Drei Auflagen, ein Standardwerk
Das Buch ist über drei Auflagen zum Standardwerk geworden: 2005 die erste, 2013 die zweite, 2018 die dritte. „Aktualisiert und erweitert” ist dabei kein Verlagsfloskel: Die Digitalisierung fordert nicht nur die Wandlungsfähigkeit von Organisationen, sondern jeden Einzelnen — wer wird sich im Lauf seines Berufslebens immer wieder neu orientieren müssen. Das Bewusstsein um das eigene Können wird zentral. Genau hier setzt die Neuauflage an.
Die Person rückt ins Zentrum
Schon im Aufbau zeigt sich die Verschiebung: Kompetenzmanagement im Lebenskontext — die Person mit all ihren Kompetenzen im Zentrum. Nicht die Institution, die Kompetenzen verwaltet, sondern der Mensch, der sein mobiles Kompetenzportfolio über Stationen, Arbeitgeber und Lernformen hinweg führt. Daneben stehen die Bildungsanbieter als Kompetenzbildner und das institutionelle Kompetenzmanagement in der Arbeitswelt 4.0. Es ist dieselbe Subjekt-Wende, die ich zwei Jahre zuvor im transversalen Kompetenzmanagement ausformuliert hatte — hier kommt sie im Standardwerk an.
Kompetenz ist die Fähigkeit, selbstorganisiert, situationsadäquat und verantwortungsvoll zu handeln.
Kapitel 6: Kompetenzmanagement im digitalen Zeitalter
Das neue Schlusskapitel bündelt die digitale Wende. Die Leitfrage: Wie erhöht man den Aktionsradius des Kompetenzmanagements? Drei Bewegungen führen aus dem geschlossenen, internen System hinaus.

Erstens: dynamische Kompetenzökosysteme aufbauen, statt Kompetenzen nur im Haus zu halten. Zweitens: mehr Transversalität — die Funktionalkompetenzen verschmelzen, die Silos zwischen Funktionen und Disziplinen werden durchlässig. Drittens: Kompetenzvernetzung über Unternehmensgrenzen hinweg, mit Partnern, Kunden und Netzwerken. Getragen wird das von einer schnellen, agilen Kompetenzanpassung: vernetzte Produktentwicklung, kompetente Entscheidungen und neue Führung mit veränderten Rollen in der agilen Organisation.
Vom Modell zum Praxisbeispiel
Das Buch bleibt seinem Untertitel treu — „mit vielen Praxisbeispielen”. Den Auftakt macht das Skill- und Kompetenzmanagement der ZF Friedrichshafen AG; im digitalen Kapitel zeigt der Fall eines führenden Online-Versandhändlers, wie sich datenbasierte Lösungen im HR-Controlling nutzen lassen. So bleibt der rote Faden: vom integrativen Kompetenzmanagement der frühen Jahre über den Erstauflagen-Kern bis zur digitalen Reife dieser dritten Auflage.
Häufige Fragen
Worin unterscheidet sich die 3. von der 2. Auflage? Die 2. Auflage erschien 2013; die 3. Auflage 2018 ist durchgehend um die digitale Perspektive erweitert — von der Arbeitswelt 4.0 über das mobile Kompetenzportfolio bis zum neuen Kapitel 6 zum Kompetenzmanagement im digitalen Zeitalter.